Endlich da – hellomed begrüßt das E-Rezept!

Julia

25/01/2024

Pflegeautorin Sonja Fröse

Dieser Artikel wurde verfasst von der Pflegeautorin Sonja Fröse. Als gelernte Krankenschwester (Pflegefachkraft) möchte Sie die aktuellsten Informationen des Gesundheitswesens verbreiten und unterstützt hellomed mit ihrer Kompetenz.

Das E-Rezept (elektronisches Rezept) ist offiziell zum 01. Januar 2024 in Deutschland für fast alle apothekenpflichtigen Medikamente gestartet. Einige Menschen warten schon sehnsüchtig auf den neuen Digitalisierungsschritt, andere sind eher zögerlich und haben verständlicherweise Fragen zur Handhabung und Praxistauglichkeit.

Die deutschen Apotheken erfüllten bereits seit September 2022 die technischen Voraussetzungen rund um das E-Rezept. So konnten bereits einzelne Kunden, Ärzte und Apotheken Erfahrungen damit sammeln. Bis Januar 2023 wurden ca. 890.040 E-Rezepte in Deutschland eingelöst.

Entwickelt wurde das E-Rezept durch die Firma gematik, die die Telematikinfrastruktur in Deutschland als Nationale Agentur für Digitale Medizin umsetzt. Hier wurde bereits die elektronische Patientenakte (ePA) und digitale Standards entwickelt, um für alle Nutzer eine sichere und einfache Handhabung zu gewährleisten. Die flächendeckende Einführung des E-Rezepts musste insgesamt mehrfach verschoben werden.

Vorteile des E-Rezepts

Digitale Abläufe sind für die meisten Bereiche des täglichen Lebens nicht mehr wegzudenken. Gerade im Gesundheitswesen gibt es derzeit eine notwendige Digitalisierungswelle. Dort, wo sich mehrere Beteiligte um die Gesundheit der Patienten kümmern, braucht es einfache und reibungslose Abläufe.

Das E-Rezept soll personelle und wirtschaftliche Entlastung mit gleichzeitiger Qualitäts- und Servicesteigerung bringen:

    • Für die Kunden sollen Arzneimittel- und Folgerezepte einfacher erhältlich sein, indem diese schnell und komplikationslos auf die Gesundheitskarte übertragen werden und so der Weg in die Arztpraxis entfällt. Ein elektronischer Medikamentenplan sorgt für mehr Klarheit und Sicherheit.

      Wichtig dabei: Für das Einlösen eines E-Rezepts braucht es kein Smartphone! Gerade viele Senioren, Menschen mit Behinderungen oder pflegebedürftige Menschen nutzen entweder nur einfache mobile Telefongeräte oder sind diesbezüglich gar nicht versorgt. Keine Sorge, Sie müssen sich deshalb kein Smartphone anschaffen.

    • Für die niedergelassenen Ärzte bzw. Arztpraxen sollen durch das E-Rezept ganze Prozesse vereinfacht werden oder komplett entfallen, z. B. die händische Unterschrift des Arztes, Telefonate und Faxe sowie zahlreiche Besuche von Patienten wegen Folgerezepten für verschreibungspflichtige Arzneien.

    • Für die Apotheken, Großhändler und Krankenkassen sollen sich die Abläufe des Rezeptmanagements beschleunigen und zeitgleich einfacher werden. Zudem soll die papierlose (oder zumindest papierreduzierte) Variante umweltfreundlicher sein. Schließlich fallen millionenfache Papierrezepte und zahllose Fahrtwege weg.. Es unterscheidet sich in seiner Wirkungsweise von anderen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Aspirin.

Drei Möglichkeiten das E-Rezept einzulösen

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, das E-Rezept einzulösen. Weil nicht jeder alle Voraussetzungen für die drei Möglichkeiten erfüllt, greift hier ähnlich wie das aus der barrierefreien Architektur bekannte „Zwei-Sinne-Prinzip“: Wenn eine Möglichkeit nicht funktioniert, dann gibt es noch immer zwei andere.

Weil Privatversicherte beispielsweise keine Gesundheitskarte haben, gilt für sie nur die Möglichkeit, das E-Rezept per App oder per Papierausdruck einzulösen.

    • Als Papierausdruck (Optimal für die Einlösung bei hellomed)
      Als hybride Lösung ist es möglich, das E-Rezept entweder in der Arztpraxis oder in der Apotheke ausdrucken zu lassen. In diesem Fall wird der QR-Code des Rezeptes durch z.B. hellomed gescannt um das Medikament/ die Medikamente einlösen zu können.
    • In der E-Rezept-App (Optimal für die Einlösung bei hellomed)
      Die offizielle App der gematik „Das E-Rezept“ ist in allen App-Stores kostenfrei erhältlich. Für das App-Anmeldeverfahren benötigen Sie entweder Ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK) und eine PIN, die Sie von Ihrer Krankenkasse erhalten oder Sie können sich mit Ihrer elektronischen Patientenakte anmelden. Mit der App können Sie die sogenannte Familienfunktion nutzen – sei es für die Kinder, Eltern oder Großeltern. Die App gilt als die bequemste Nutzungsform. Deshalb nutzt hellomed für die eigenen Kunden die App, um E-Rezepte einzulösen.
    • In der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) (weniger geeignet für die Einlösung bei hellomed)
      Die eGK dient als Datenträger auf der das Rezept gespeichert und in der Apotheke abgelesen wird.

Moderne Abläufe bei hellomed

Bei hellomed laufen viele Prozesse, direkt seit der Gründung, digital ab. Die Einführung und Nutzung der digitalen Arzneimittelrezepte ist deshalb nur ein weiterer Schritt innerhalb des modernen Rezeptmanagements.

Der postalische Versand und Aufwand mit Rezepten wird so deutlich reduziert. Das spart diverse Handlungsschritte (Rezepte ins Kuvert stecken, frankieren und zur Post bzw. Briefkasten bringen), Material und langfristig Geld.

Die Verblisterung von Arzneimitteln profitiert von den computergesteuerten Abläufen in Bezug auf personelle Entlastung, Sicherheit und Hygiene. Nur dort, wo das menschliche Fachwissen und die Kompetenz von pharmazeutischem Personal notwendig ist, wird händisch gearbeitet. Das ist vor allem bei der Nachkontrolle der fertiggestellten Blister, beim Arztkontakt und bei der Kundenbetreuung der Fall.

Status Quo zum E-Rezept

Erstes Feedback zum E-Rezept
Seit der flächendeckenden Einführung der E-Rezepte zum 01.01.2024 hat der Bundestagsabgeordnete Matthias Mieves ( SPD, Mitglied in den Ausschüssen für Digitales und Gesundheit) zahlreiche Nachrichten erhalten, wie er auf seinem LinkedIn-Account berichtete. Der Bedarf nach einem funktionierenden E-Rezept sei vorhanden. Erste Nachbesserungsvorschläge seien bereits eingegangen.
Weiter schreibt er, dass es Anpassungen im Bereich der Signaturen, für die Pflegeheime und für die Arztbezeichnung geben müsste und schlägt auch gleich einige Lösungen vor.

Andere Menschen berichten in den sozialen Medien, dass sie sich trotz wiederholter Versuche nicht bei der App „Mein E-Rezept“ der gematik anmelden konnten. Sicherlich werden durch die Hinweise aus der Praxis noch einige Änderungen und Anpassungen in absehbarer Zeit durchgeführt. Das E-Rezept für Deutschland befindet sich ja noch in den Babyschuhen.

Die Zukunft des E-Rezepts
Derzeit gilt das E-Rezept nur für die meisten verschreibungspflichtigen Arzneimittel (darunter unter anderem auch anwendungsfertige Zytostatika, Blutprodukte und Einzelimporte), aber nicht für alle. Starke Schmerzmittel und Drogenersatzmittel, sogenannte Betäubungsmittel, sind derzeit noch nicht per E-Rezept verschreibbar. Das soll ab 01.06.2025 möglich sein.

Laut gematik sollen zukünftig alle Papier-Rezepte durch E-Rezepte ersetzt werden. Der Fahrplan ist bekannt und lautet beispielsweise für digitale Gesundheitsanwendungen die Verschreibung auf einem E-Rezept ab 01.01.2025, für Heil- und Hilfsmittel ab 01.01.2027.

Fazit

Das E-Rezept wurde am 01.01.2024 eingeführt und kann auf drei verschiedenen Wegen eingelöst werden. Als Papierausdruck, in der E-Rezept-App oder über die Gesundheitskarte (eGK). Nicht alle Wege sind für jeden und jede Situation geeignet. Alternativen sind aber vorhanden und schließen niemanden von der Nutzung des E-Rezeptes aus. Es soll Aufwände verringern, Prozesse optimieren und final Kosten einsparen. Sicherlich gibt es noch einige Optimierungsmöglichkeiten, doch der erste und wichtigste Schritt, hin zur Digitalisierung, ist gemacht.

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