Arthrose: Was hilft bei der Gelenkerkrankung?

Felix Morawski

20/02/2023

Knirschende Gelenke und schmerzhafte Bewegungen – Arthrose kann im Alltag zur Belastung werden. Die Gelenkerkrankung betrifft weltweit Millionen von Menschen und kann zu eingeschränkter Mobilität, chronischen Schmerzen und verminderter Lebensqualität führen. Obwohl Arthrose nicht heilbar ist, gibt es Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und das körperliche Wohlbefinden zu verbessern.

Arthrose vs. Arthritis: Was ist der Unterschied?

Arthrose und Arthritis sind zwei häufige Erkrankungen, die oft miteinander verwechselt werden, da sie ähnliche Symptome aufweisen. Arthrose ist eine degenerative Erkrankung, die durch den allmählichen Abbau von Knorpel in den Gelenken verursacht wird. Dies führt zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit. 

Arthritis hingegen ist eine entzündliche Erkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem das Gelenk angreift und eine Entzündung verursacht. Arthritis kann in verschiedenen Formen auftreten, wie z. B. rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis und Gicht-Arthritis. Im Gegensatz zur Arthrose wird Arthritis nicht durch Abnutzung oder Alterung verursacht, sondern hat eher genetische oder Autoimmunursachen. 

Eine genaue Diagnose ist wichtig, um die richtige Behandlung zu wählen und die Symptome zu lindern.

Welche Medikamente helfen bei Arthrose?

Die richtige Medikation spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Arthrose und kann dazu beitragen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht jedes Medikament für jeden Patienten oder jede Patientin geeignet ist – welches Medikament das richtige ist, hängt unter anderem von der Art der Arthrose, der Schwere der Symptome und anderen individuellen Faktoren wie dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Eine individuelle Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ist daher immer notwendig, um eine optimale Behandlung Ihrer Arthrose zu gewährleisten.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) 

Diese Medikamente werden häufig zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac. NSARs können jedoch Nebenwirkungen wie Magenprobleme oder ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Cox-2-Hemmer 

Eine andere Art von entzündungshemmenden Medikamenten, die speziell entwickelt wurden, um die Nebenwirkungen von NSAR zu reduzieren. Dazu gehören Medikamente wie Celecoxib, Etoricoxib und Rofecoxib.

Schmerzmittel 

Diese Medikamente werden häufig zur Linderung von Schmerzen bei Arthrose eingesetzt. Dazu gehören Medikamente wie Paracetamol und Codein. Stärkere Schmerzmittel wie Opioide können ebenfalls zur Schmerzlinderung eingesetzt werden, werden aber wegen des Suchtrisikos und anderer Nebenwirkungen selten verschrieben.

Nahrungsergänzungsmittel 

Einige Patientinnen und Patienten nehmen Nahrungsergänzungsmittel wie Glucosamin oder Chondroitin ein, die zur Linderung der Symptome beitragen sollen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit dieser Nahrungsergänzungsmittel bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte.

Welche Sportarten sind bei Arthrose sinnvoll?

Auch wenn Bewegung bei Arthrose oft schmerzhaft sein mag, kann sie tatsächlich zur Linderung der Symptome und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Bestimmte Sportarten können besonders hilfreich sein, da sie die betroffenen Gelenke bewegen, ohne sie zu überlasten.

  • Schwimmen: Für Menschen mit Arthritis ist Schwimmen eine ausgezeichnete Sportart, da sie den ganzen Körper trainiert, ohne die Gelenke zu belasten.

  • Radfahren: Eine weitere gelenkschonende Aktivität, die für Menschen mit Arthritis eine gute Option sein kann, ist das Radfahren, da es zur Verbesserung der Beweglichkeit und Flexibilität der Gelenke beitragen kann.

  • Yoga: Sanfte Yoga- oder Dehnübungen können die Beweglichkeit der Gelenke, die Flexibilität und das Gleichgewicht verbessern, was besonders für Menschen mit Arthritis in Hüften, Knien oder im unteren Rückenbereich von Vorteil sein kann.

  • Tai Chi: Bei Tai Chi handelt es sich um eine sehr sanfte und langsame Bewegungsform, die das Gleichgewicht, die Koordination und die Flexibilität verbessern kann. Es handelt sich um eine sogenannte „Low-Impact-Übung“, was bedeutet, dass sie besonders gelenkschonend ist.

  • Gehen: Bei Menschen mit Arthrose kann regelmäßiges Gehen die Beweglichkeit und Flexibilität der Gelenke verbessern und die Steifheit verringern.

Insgesamt kann körperliche Aktivität eine wirksame Maßnahme sein, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit und Flexibilität bei Arthrose zu verbessern. Es ist jedoch sehr empfehlenswert, sich vor Beginn eines neuen Trainingsprogramms von einer ärztlichen oder physiotherapeutischen Fachkraft beraten zu lassen. So können Sie sicher sein, dass die Übungen Ihren individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen.

Ernährung bei Arthrose: Welche Lebensmittel können helfen?

Eine ausgewogene Ernährung kann nicht nur das allgemeine Wohlbefinden fördern, sondern auch bei der Behandlung von Arthrose helfen. Einige Lebensmittel haben entzündungshemmende Eigenschaften und können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren, während andere Nährstoffe enthalten, die für die Regeneration des Knorpelgewebes und die Stärkung von Knochen und Gelenken wichtig sind.  

  • Fisch: Kaltwasserfische wie Lachs, Makrele und Thunfisch sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und so Schmerzen lindern können. Knochen und Knorpel profitieren zudem von den im Fisch enthaltenen Vitaminen C und K. 

  • Grünes Blattgemüse: Gemüse wie Spinat, Grünkohl und Brokkoli sind reich an Antioxidantien und entzündungshemmenden Nährstoffen, die Schmerzen bei Arthrose lindern können. Außerdem versorgen sie Knorpel und Knochen mit den wichtigen Vitaminen C und K.

  • Beeren: Heidelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren sind reich an Antioxidantien und Vitamin C, die entzündungshemmend wirken können.

  • Knoblauch: Knoblauch hat antiseptische und entzündungshemmende Eigenschaften und kann daher Schmerzen lindern.

  • Nüsse und Samen: Nüsse und Samen sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die Schmerzen lindern können. Sie sind auch eine gute Quelle für Vitamin E, das als entzündungshemmend gilt.

  • Ingwer: Ingwer hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann daher Schmerzen lindern. Er kann als Tee, Gewürz oder Nahrungsergänzungsmittel konsumiert werden.

  • Kurkuma: Kurkuma ist ein Gewürz, das Curcumin enthält, das entzündungshemmend wirken und somit Schmerzen bei Arthrose lindern kann.

  • Wasser: Ausreichend Wasser zu trinken ist wichtig, um den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen und die Gelenke geschmeidig zu halten.

Eine persönliche Ernährungsberatung kann helfen, einen individuellen Ernährungsplan zu erstellen und sicherzustellen, dass Sie alle notwendigen Nährstoffe zu sich nehmen.

Welche Begleiterkrankungen gibt es bei Arthrose?

Arthrose tritt häufig zusammen mit anderen Erkrankungen auf, die die Gelenke und das umgebende Gewebe betreffen. Bestimmte Begleiterkrankungen wie Osteoporose oder Diabetes können das Risiko einer Arthrose erhöhen oder ihre Auswirkungen verstärken. Im Folgenden wird erläutert, wie diese und andere Erkrankungen die Entstehung und den Verlauf einer Arthrose beeinflussen können.

Übergewicht

Übergewicht erhöht das Risiko für Arthrose, da es die Gelenke zusätzlich belastet. Besonders betroffen sind Knie, Hüfte und Wirbelsäule.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Es wird vermutet, dass die Entzündung bei Arthrose zu einer allgemeinen Entzündungsreaktion im Körper führt, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzerkrankungen erhöht. 

Diabetes

Menschen mit Diabetes haben ein höheres Risiko, an Arthrose zu erkranken. Man geht davon aus, dass hohe Blutzuckerwerte Entzündungen in den Gelenken verstärken und damit das Risiko für Arthrose erhöhen.

Osteoporose

Bei der Osteoporose handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Knochen schwach und brüchig werden. Menschen mit Osteoporose haben ein höheres Risiko für Knochenbrüche, auch in den Gelenken, was das Risiko für Arthrose erhöhen kann.

Depressionen

Menschen mit Arthrose haben ein höheres Risiko für Depressionen, was häufig auf die Schmerzen und Einschränkungen zurückzuführen ist, die mit der Erkrankung einhergehen.

Fazit

Arthrose ist eine weit verbreitete Gelenkerkrankung, die zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Beeinträchtigung der Lebensqualität führen kann. Sie entsteht durch eine fortschreitende Abnutzung des Gelenkknorpels und betrifft vor allem ältere Menschen. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Symptome der Arthrose zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Dazu gehören geeignete Medikamente, eine angepasste Ernährung und bestimmte Sportarten.

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