Nebenwirkungen von Medikamenten: Das sollten Sie wissen

klodian

14/03/2023

Ob Bluthochdruck, Schilddrüsenunter- oder -überfunktion, Diabetes und mehr: Für den Großteil der uns bekannten Erkrankungen gibt es Medikamente. Was jedoch einerseits gegen eine spezifische gesundheitliche Beschwerde hilft, kann andererseits auch neue hervorrufen – von Kopfschmerzen über Hautausschlag bis hin zu Übelkeit. Keine Wirkung ohne Nebenwirkung, heißt es. Diese tritt zwar nicht zwangsläufig auf – das Risiko bleibt dennoch bestehen. In Deutschland lassen sich etwa fünf bis zehn Prozent aller Notfall-Einweisungen auf Nebenwirkungen von Medikamenten zurückführen. 

Keine Medikamente sind aber natürlich auch keine Lösung. Viel wichtiger ist es, sich mit der eigenen Medikation achtsam auseinanderzusetzen. Dabei lohnt es sich vor allem, einen Blick in den Beipackzettel zu werfen – oder zu Risiken und Nebenwirkungen Ihren Arzt (bzw. Ihre Ärztin) oder Ihre hellomed-Apotheker:innen zu fragen. So verschaffen Sie sich auch einen ersten Überblick darüber, welche möglichen Wechselwirkungen es zusätzlich zu eventuellen Nebenwirkungen gibt.

Wechselwirkungen vs. Nebenwirkungen von Medikamenten

Um sicherzugehen, dass Medikamente nicht auf unerwünschte Weise miteinander reagieren, empfiehlt es sich, anhand einer konsequenten Wechselwirkungsanalyse einen patient:innenindividuellen Medikationsplan anfertigen zu lassen. 

Die Wechselwirkungsanalyse hat zum Ziel, dass die gleichzeitige Einnahme verschiedener Arzneimittel von Ärzt:innen bzw. Apotheker:innen genauestens aufeinander abgestimmt wird. Dabei wird darauf geachtet, dass die Medikamente sich in ihrer Wirkung nicht gegenseitig negativ beeinflussen oder sogar aufheben. Unter Wechselwirkungen ist auch die beiderseitige Beeinflussung eines Arzneimittels und eines Nahrungsmittels zu verstehen.  

Es kann übrigens durchaus der Fall sein, dass Wechselwirkungen konkret erwünscht sind, um die beabsichtigte Wirkung der jeweils anderen eingenommenen Medikamente zu verstärken oder abzuschwächen. Oder auch, um die Wirkungsdauer entsprechend zu verlängern oder zu verkürzen. Bei Nebenwirkungen von Medikamenten handelt es sich allerdings wiederum um klar unerwünschte und schädliche Reaktionen des menschlichen Körpers auf das Arzneimittel selbst.

hellomed-Patient:innen können Wechselwirkungen dank ihres individuellen und von approbierten Apotheker:innen erstellten Medikationsplans vorbeugen. Um auch Nebenwirkungen bestmöglich zu umgehen und sich vor gesundheitlichen Risiken zu schützen, gilt es, dass Sie einige wichtige Hinweise beherzigen.

Risiken verringern: Was es bei der Medikamenteneinnahme zu beachten gilt

Jeder Mensch ist individuell und jeder Körper reagiert anders auf unterschiedliche Arzneimittel. Ein Medikament wird nie nur ausschließlich ein einziges Symptom bekämpfen, sondern immer auch andere körperliche Prozesse und Funktionen beeinflussen. Daher kann es immer mal wieder zu allergischen Reaktionen kommen – hier lohnt es sich unter Umständen, je nach Medikament vorab einen Hauttest durchzuführen. Auch genetische, alters- sowie gewichtsbedingte Unterschiede in der Verstoffwechselung von Arzneimitteln müssen bei der Medikamenteneinnahme beachtet werden.

Wieso Medikamente trotz Nebenwirkungen zum Einsatz kommen? Weil die meisten Nebenwirkungen nur bei sehr wenigen Patient:innen auftreten. Darüber hinaus überwiegt häufig der zu erwartende Nutzen des Medikaments – also die Verzögerung, Linderung oder gar Heilung einer Krankheit. Schwerere Nebenwirkungen werden daher oftmals in Kauf genommen, z. B. bei Arzneimitteln zur Behandlung lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Krebs. 

Die Dosis macht das Risiko

Nebenwirkungen von Medikamenten sind teilweise auf die Höhe der eingenommenen Dosis zurückzuführen. So kann es beispielsweise bei Diabetes- bzw. Blutdruckpatient:innen zu einer sogenannten Überdosisreaktion wie Schwäche, Schwindel oder Ähnlichem kommen, wenn durch die Medikamenteneinnahme der Blutzucker bzw. der Blutdruck zu sehr absinkt. Diese Nebenwirkungen sind allerdings weitgehend vorhersehbar und gelegentlich auch nicht zu vermeiden. 

Besonders wichtig ist, dass Sie generell darauf achten, nicht mehr als die in der Packungsbeilage oder von Ihren behandelnden Ärzt:innen empfohlene Menge Ihres Medikaments einzunehmen, um schädliche Effekte zu vermeiden. 

Das richtige Medikament zur richtigen Zeit 

Ob auf nüchternen Magen oder im Rahmen einer Mahlzeit: Denken Sie stets daran, reichlich zu trinken. Ein großes Glas Leitungswasser fördert die Aufnahme des jeweiligen Wirkstoffes. Bei Arzneimitteln, die Sie müde machen oder – im Gegenteil – eher wach halten, hilft der entsprechend passende Zeitpunkt, eben jenen Nebenwirkungen vorzubeugen.

Nehmen Sie Ihre Arzneimittel am besten immer zur selben Zeit ein. Müssen Sie täglich zu zwei verschiedenen Einnahmezeitpunkten zu einem Medikament greifen, achten Sie darauf, dass ca. 12 Stunden dazwischen liegen, um einen ausreichend hohen Wirkstoffspiegel zu gewährleisten. Bei Medikamenten, die dreimal am Tag eingenommen werden müssen, sollte der Dosierungsabstand in etwa 8 Stunden betragen, damit die jeweilige Wirkung sich voll entfalten kann. 

Ihre individuell vorsortierte, verpackte und beschriftete hellomed-Blisterrolle hilft als Erinnerungsstütze im Alltag bei einer sicheren und kontrollierten Medikamenteneinnahme.

Sehr selten bis sehr häufig: Wie viele Menschen leiden an Nebenwirkungen?

Wer die Packungsbeilage genauer unter die Lupe nimmt, findet dort meist eine geradezu erschreckend lange Liste möglicher Nebenwirkungen. Tatsächlich sollte diese aber kein Grund zur Panik sein: Pharmaunternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet, alle Eventualitäten aufzulisten, auch wenn nur sehr selten eine Patientin oder ein Patient von der Nebenwirkung betroffen ist. 

Die meisten Nebenwirkungen sind zwar mitunter nicht unbedingt angenehm, aber relativ harmlos: Verstopfung, Durchfall oder Übelkeit treten vorwiegend deshalb auf, da die meisten Medikamente geschluckt und über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden. Schwindel, Müdigkeit oder Hautirritationen sind ebenfalls bekannte sowie vorübergehende Reaktionen auf die Arzneimitteleinnahme. 

Aber was versteht man denn nun unter den verschiedenen Angaben auf dem Beipackzettel?

  • Sehr häufig bedeutet, dass bei mindestens 1 von 10 Personen eine Nebenwirkung auftritt. 
  • Häufig heißt wiederum, dass mindestens 90 bis 99 von 100 Patient:innen  keine Beschwerden nach der Medikamenteneinnahme haben.  
  • Gelegentliche Nebenwirkungen treten bei 1 bis zu 10 von 1.000 Patient:innen auf.
  • Selten meint, dass von 10.000 Personen, die das Medikament einnehmen, sich bei 1 bis 10 von ihnen eine Nebenwirkung bemerkbar macht. 
  • Von sehr selten spricht man, wenn von 100.000 Patient:innen höchstens eine:r von Nebenwirkungen betroffen ist. 

Welche Medikamente verursachen die meisten Nebenwirkungen?

Laut des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurden Nebenwirkungen in den letzten 40 Jahren insbesondere durch die folgenden Medikamente ausgelöst: 

  • Antibiotika – können Durchfall, Ausschlag sowie Juckreiz verursachen
  • Blutgerinnungshemmer – können zu (Magen-Darm-)Blutungen und Thrombozytopenie (verminderte Anzahl von Blutplättchen) führen
  • Beruhigende Psychopharmaka – können Fieber, Leukozytopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen) und Arzneimittelabhängigkeit hervorrufen

Packungsbeilagen rufen Verbraucher:innen mittlerweile dazu auf, auftretende unerwünschte Arzneimittelwirkungen dem BfArM direkt online zu melden. Die detaillierten medizinischen Informationen können dabei helfen, Nebenwirkungen künftig früher zu erkennen sowie zu bewerten und anhand dessen schützende Maßnahmen für Patient:innen zu treffen.

Fazit

Patient:innen sollten sich stets genau an die ihren individuellen Bedürfnissen angepassten Einnahmeempfehlungen halten, um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern. Fragen zu möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder auch Nahrungsmitteln sollten immer mit den behandelnden Ärzt:innen oder Apotheker:innen besprochen werden.

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